Kategorie-Archiv: Hofberichterstattung

Hier finden Sie alle Beiträge, die direkt mit dem Programm zusammenhängen.

Die Presseminute

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter stellte sich am letzten Tag des Mediengipfels in der Pressestunde den Fragen von „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak. Im Anschluss luden wir beiden Diskutanten zur Presseminute ein. Rupprechter fasste seine Standpunkte zusammen, Nowak lieferte eine Analyse des Gesprächs – und das maximal in einer Minute.

Weil sich erfolgreiche Medien-Formate durchsetzen, erklärten auch die Teilnehmer der anschließenden Diskussionsrunde zum Thema „Unternehmen Politik – kritische Reflexionen zur Wettbewerbsfähigkeit von Österreich und Europa“ in weniger als 60 Sekunden ihre zuvor ausgeführten Thesen.  Ebenso stellten sich Moderator und Zuhörer mit einer persönlichen Analyse der Presseminute.

 

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Tagesrückblick

Der Mediengipfel 2014 in Lech am Arlberg ist Geschichte. Am letzten Abend und bei der Schlussdiskussion am Samstagvormittag ist noch viel passiert. Hier ein Rückblick in Bildern – fotografiert von Florian Lechner.

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Extrarunde am Rüfikopf

Bild: Florian Lechner

Bild: Florian Lechner

Von Adrian Engel und Maximilian H. Tonsern

Auf dem Rüfikopf diskutierten Freitagabend sechs Teilnehmer des Mediengipfels. Über EU und Ukraine, über Russland und NATO. Direkt im Anschluss baten wir den russischen Botschafter Sergej Netschajew zum Gespräch.

Gehen Sie mit einer anderen Einstellung in Interviews, wenn Sie mit westlichen Journalisten sprechen, als mit russischen?

Ich bin eine offizielle Person und arbeite als bilateraler Botschafter. Ein Botschafter darf und kann nicht seine persönliche Meinung zu wichtigen politischen Ereignissen äußern. Ich halte mich fest an offizielle Stellungsnahmen. Diese mache ich auch gerne publik für Massenmedien.

Igor Pelov meinte in der Diskussion: Die EU Ist die Filliale der Nato. Würden sie dem zustimmen?

Wir müssen von folgendem Standpunkt ausgehen: Die meisten Mitglieder der Europäischen Union sind zugleich NATO-Mitglieder. Mehr noch: Mehrere EU-Mitglieder, die zugleich NATO-Mitglieder sind, führen eine scharfe Politik gegen Russland. Zum Beispiel Polen oder die baltischen Staaten, bei denen die Aktivitäten der NATO in letzter Zeit immer mehr zunahmen. Die Europäische Union kann darauf wohl keinen Einfluss nehmen. Als eine vollkommene Filiale würde ich die EU aber nicht bezeichnen.

Was würde eine Einbindung der Ukraine in die Nato für Russland bedeuten?

Das ist für uns nicht akzeptabel.

Sie meinten aber einmal, dass die EU-Mitgliedschaft der Ukraine kein Problem für Russland wäre – solange es nicht gegen russische Interessen verstößt. Wäre der Nato-Beitritt demnach ein Verstoß gegen diese Interessen?

Der Natobeitritt der Ukraine ist für uns nicht akzeptabel. Das kann ich nur wiederholen. Die militärische Infrastruktur der NATO rückt schon so nahe an Russland heran, dass wir entsprechende Maßnahmen ergreifen müssen. Dass wir rings um uns die Militärbasen der NATO haben, war letzten Endes nicht unsere Inititative.

Nicht akzeptabel bedeutet konkret welche Konsequenzen?

Das werden wir uns überlegen. Dafür haben wir entsprechende kluge Köpfe. Wir wollen darüber nur im politischen Dialog kommunizieren – es geht nicht um militärische Mittel. Wir wollen nur unsere Position darlegen. Wir hoffen, dass wir auch gehört werden, denn unsere Sicherheitsinteressen müssen berücksichtigt werden. Das war bis jetzt nicht immer der Fall.

Haben Sie sich heute Abend gehört gefühlt?

Ich weiß nicht, ob man meine Argumente überhaupt hören will. Wer meine Argumente lächerlich macht, dem kann ich nicht mehr helfen. Eine Russophobie gibt es in Europa, leider. Nicht zuletzt durch einige nicht unabhängige Massenmedien. Die einseitige Interpretation der Ereignisse in der Ukraine in einigen politischen und medialen Kreisen ist aus meiner Sicht schädlich. Diese Schwarz-Weiß-Wischerei hilft niemanden. Auch der Ukraine nicht. Über die Ukraine selbst wird sowieso wenig nachgedacht. Eher geht es um geopolitische Spielchen unserer Freunde – die Gänsefüßchen spare ich mir jetzt.

Übrigens: Die Medienfreiheit in Russland ist derzeit so hoch – so stark entwickelt, dass mir manchmal selbst die Haare zu Berge stehen, wenn ich lese, was dort so geschrieben wird.

Sie meinten während der Diskussion wortwörtlich, sie seien „müde, die Leviten gelesen zu bekommen“. Und haben dann auch Demokratie und Menschenrechte als Stichworte gegeben…

Die habe ich genannt, weil wir unangemessen kritisiert werden. Wenn gewisse Damen in einer unserer Kathedralen Gotteslästerung ausüben, werden sie gleich als Freiheitskämpferinnen bezeichnet, als Demokratinnen erster Stunde! Wenn das gestern im Kölner Dom passiert wäre, würden drei Jahre Strafe drohen. Diese Doppelmoral ist in Europa leider vorhanden. Und jetzt ist Schluss, liebe Freunde – vielen Dank.

Einen Nachbericht zur gesamten Podiumsdiskussion vom Freitag können Sie hier auf nzz.ch nachlesen.

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