Kern: „Ein Kampf im Schützengraben”

Bei der Eröffnung des 13. Mediengipfels war der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler Christian Kern zu Gast. Er hat sich zur Zerrissenheit der Welt geäußert.

Von Franziska Schwarz

Von vielen JournalistInnen wurde Ex-Bundeskanzler Christian Kern am Donnerstag in Lech zum Interview gebeten. Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Krise der SPÖ. Zur Stellung der Sozialdemokraten in Österreich hatte er sich zuvor in einem offenen Brief auf Facebook geäußert. Mehr sagte er dazu am Europäischen Mediengipfel nicht. Ein mögliches Comeback in die aktive Politik könne er sich jedoch nicht vorstellen. Für ihn wäre sein Rückzug „eine Entscheidung, die richtig war”.

Zerrissenheit von Österreich und der Welt

Die größten Auswirkungen der Zerrissenheit in Europa sah Kern in der Schwächung des Glaubens an die Demokratie, die er als „eine grosse Gefahr, die es zu überwinden gibt”, beschrieb. Diese Entwicklungen seien auch in Österreich vorhanden. Jedoch erkannte er im Vergleich zu anderen Ländern darin nichts Besonderes. „Dieses Phänomen der gesellschaftlichen Spaltung sehen Sie in Amerika, sehen Sie in Brasilien, sehen Sie in vielen europäischen Ländern, sehen Sie in vielen asiatischen Ländern”, sagte Kern. Das Problem für ihn liege im sozialen Verständnis der verschiedenen Fraktionen.

In Bezug auf das laufende Impeachment-Verfahren in den USA meinte Kern, es sei „ein Kampf im Schützengraben vom ersten Tag an”. Das liege seiner Meinung nach am fehlenden „Verständnis, dass man gemeinsam die demokratischen Institutionen respektieren muss.” Anders als beim Impeachment-Verfahren gegen Bill Clinton gäbe es jetzt kein „Bemühen der Fraktionen, der Wahrheit auf die Spur zu kommen.”

“Du musst dir große Ziele setzen”

Kern sah das Phänomen der zerrissenen Welt als überwindbar. Er hatte Hoffnung in die Unternehmungslust der Menschen und die daraus folgenden Ziele. „Du musst dir große Ziele setzen”, sagte er über die Visionen von verschiedenen Unternehmern. „Schauen Sie sich diesen Elon Musk an. Man kann von dem halten was man will, aber der hat gesagt, er baut das beste Elektroauto der Welt. Alle haben ihn für einen Verrückten gehalten. Aber er hat das umgesetzt.” In solche Projekte setze Kern die Hoffnung, die zerrissene Welt wieder zu vereinen: Gemeinsame Ziele und Visionen und die Leidenschaft dafür, diese zu erreichen, seien wichtig. Das seien „die Dinge, die Mut machen”.

Christian Kern beim Mediengipfel in Lech
Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on TumblrEmail this to someone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.