Mediengipfel 2018 – in a nutshell

Von Algorithmen als Brandbeschleuniger über ein Europa der Regionen bis hin zu den Folgen des Brexit war in Lech so einiges dabei – am letzten Tag des 12. Internationalen Mediengipfels sagt die diesjährige Medienakademie „Pfüati“ und Danke fürs dabei sein. 

Rückblick von Patrik Mayerhofer

 Wenn die Tage kürzer werden, der Schnee unter den Füßen knirscht, die Nase läuft und sich das Jahr in großen Schritten dem Ende zuneigt, wird es in Lech wieder Zeit, dass sich Wirtschaftsexperten, Politiker und Journalisten im Hotel Gasthof Post zu einem hochklassigen Stelldichein – dem Europäischen Mediengipfel – treffen.

Während am Freitagabend im Minutentakt bekannte Gesichter durch die Eingangstüre des großen Saals schritten, nicht selten mit einem Glas Wein bewaffnet, kehrt heute, am Samstagnachmittag, wieder Ruhe ein. Der letzte Applaus ist verklungen, Interviews sind im Kasten und jedes Glas Wein ist geleert – wir Jungjournalisten werden aber noch die ein oder andere Stunde in Lech verbringen, bis der finale Punkt hinter dem letzten Beitrag gemacht ist.

Interessantes und Informatives gab es die vergangenen drei Tage in Hülle und Fülle.Was den Mediengipfel in Lech auszeichnet, ist jedoch die ganz besondere Stimmung. In einer urig-schicken Atmosphäre nehmen sich die ansonsten oft gestressten Gipfelteilnehmer vor allem eines: Zeit!

Der Donnerstag …

… wurde von Ludwig Muxel, Lechs Bürgermeister, feierlich eröffnet. Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung analysierte kurz darauf in unnachahmlicher Art die aktuelle Lage Europas. Nachdem EU-Kommissar Johannes Hahn über die neue Weltpolitik referierte und sich anschließend der Gipfel dem Thema Israel widmete, bildeten Thomas Schulz und Richard Gutjahr aus Deutschland den Abschluss von Tag 1. Im anschließenden Gespräch mit der Medienakademie klärte Gutjahr über die Verantwortung jedes einzelnen im Netz auf: „Wählen können wir nur alle vier oder fünf Jahre. Im Internet wird jeden Tag abgestimmt. Das kann sogar wahlentscheidende Konsequenzen haben.“

Der Freitag …

… begann recht zeitig um 9:30 mit einer Podiumsdiskussion über die Diktatur der Daten. Die beiden eigentlich gegensätzlichen Ausnahmejournalisten Florian Klenk und Kai Diekmann verstanden sich am Gipfel prächtig und referierten launig über die Zukunft des Journalismus. Dass dieser nicht am Papier hänge, war für beide klar. Am Abend verlagerte der Gipfel sein Epizentrum nach St. Christoph am Arlberg. Dort war wieder Europa das große Thema. Was es in Zukunft braucht, um europäische Gemeinschaftslösungen zu finden, war für die Landeshauptmänner Arno Kompatscher und Markus Wallner sowie den Schriftsteller Robert Menasse klar: Weg vom Nationalismus – hin zu einem Europa der Regionen!

Der Samstag …

… widmete sich vor allem dem Brexit. Davor sprach aber noch Edward Snowdens Anwalt Robert Tibbo über Zivilcourage und die wichtige Rolle von Journalisten. Abschließend dementierte Othmar Karas das „Gerücht“ über einen möglichen Posten als EU-Kommissar – zumindest vorerst…

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