12. November 2019

Mediengipfel: Wem hat’s was gebracht?

Der diesjährige Europäische Mediengipfel ist zu Ende. Zum 11. Mal haben sich führende internationale Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien in Lech getroffen. Heuer lag der Fokus auf der politischen und gesellschaftlichen Welt(un)ordnung und der damit verbundenen Zukunft des Journalismus. Aber: Was bringt uns der Mediengipfel eigentlich wirklich? Was bringt er uns als Gesellschaft und uns als Jungjournalisten?

Kommentar von Muriel Lerch und Alexander Polt

Es ist wichtig, sich dieser „Welt(un)ordnung“ anzunehmen, darüber zu debattieren. Der Mediengipfel bietet genau diesen Raum: Raum für Austausch, Raum für Reflexionen. Insbesondere in Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt gefährdet scheint, gewinnt das zusätzlich an Relevanz. Populismus, Nationalismus, das Schüren von Hass und das Erstarken von Feindbildern prägen die Gegenwart und ziemlich sicher auch die nahe Zukunft. In dieser Situation sind unabhängige, selbstbewusste Medien besonders gefragt, und das in jedem Sinn des Wortes. Als vierte Macht im Staat tragen sie die Verantwortung, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und für ein wenig (Ein-)Ordnung zu sorgen. Medien müssen sich Gedanken über die eigene Zukunft machen, damit sie diese Rolle nicht verlieren.

Jedoch reicht es nicht aus, die Welt(un)ordnung zu kritisieren, um sie zu verändern. Der Mediengipfel vermag nicht, konkrete Lösungen herbeizuführen. Das muss er aber auch gar nicht. Allein durch die intensive Berichterstattung über diese Problematik wird öffentliche Aufmerksamkeit darauf gelenkt. Das kann und soll Anstoss für weitere Debatten sein. Es ist nur schade, dass die hochrangig besetzte Veranstaltung in Lech ausserhalb Österreichs nicht oder nur wenig medial rezipiert wird. In Zukunft wäre es schön, den Mediengipfel noch europäischer, vielfältiger und wirkungsvoller zu gestalten.

Auch für uns Jungjournalisten ist der Mediengipfel eine grossartige Möglichkeit. Im Rahmen der Medienakademie haben wir einen interessanten Einblick in den journalistischen Alltag gewonnen. Hier konnten wir selbst zu Wort kommen und unsere Sicht auf die Dinge präsentieren. Es ist der ideale Rahmen, um sich auszutauschen, neue Erfahrungen zu sammeln und Netzwerke zu knüpfen.

„Journalismus ist der schönste Beruf der Welt – man erlebt jeden Tag etwas Neues, es ist immer wieder spannend“, meint Markus Spillmann, Leiter der Medienakademie. Nach diesen drei spannenden und bereichernden Tagen können wir ihm nur zustimmen.

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