20. November 2019

Die Zukunft, die wir wollen

von Katharina Pöllmann

Das Wiedererstarken des Populismus und des Nationalismus prägt die 
Politik in ganz Europa. Damit einher geht ein tiefgreifendes 
Misstrauen gegenüber den politischen Eliten und den klassischen 
Medien. Anstatt diesen Entwicklungen mit neuen und konstruktiven Ideen 
zu begegnen, wird vielerorts eine Politik der Bewahrung, wenn nicht
sogar des Rückschritts, praktiziert. Alte Konzepte werden auf neue 

Probleme angewandt. Darüber, welches große Ganze mit Bildungsreformen 
und Sicherheitspaketen erreicht werden soll, wird nicht gesprochen.
Wie soll unsere Gesellschaft in 50 Jahren ausschauen? Wie sollen die
großen Herausforderungen dieses Jahrhunderts, Migrationsbewegungen und 

  Technologisierung, bewältigt werden? Um eine Antwort darauf zu 
finden, benötigt es nicht nur eine Denkarbeit, es braucht auch eine
Diskussion auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Diese auf
rationaler Ebene anzustoßen ist eine Aufgabe, die journalistische 

Medien übernehmen können. Journalismus muss sich etwas trauen. Er muss 
sich gegen den Populismus stellen, indem er ihm die Themen wegnimmt.
Er muss sich mit der Realität der Migration auseinandersetzen, 

losgelöst von falsch verstandener Toleranz und schematischem 
Links-Rechts-Denken. Er darf nicht nur die Chancen der 
Technologisierung analysieren, sondern muss auch deren Auswirkungen
auf die Arbeits- und Lebenswelt diskutieren. Damit würde der 

Journalismus den Raum für jene Zukunftsdiskussion schaffen, die in der 
Gesellschaft so dringend benötigt wird. Der Mediengipfel 2017 in Lech
kann dafür ein Anstoß sein.

 

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