„Wir wollen Dinge tun, die einen Allgemeinnutzen haben“

Ein Interview mit Stefan Isser, dem Geschäftsführer der Swarovski Kristallwelten in Wattens/Tirol.

Am Rande des Mediengipfels in Lech hat die Medienakademie Gelegenheit gehabt, mit dem Geschäftsführer der Swarovski Kristallwelten über die Bedeutung des Gipfels für das Unternehmen, seine Erwartungen und die Chancen der Digitalisierung zu sprechen.

von Katharina Tesch

Herr Isser, was verbinden Sie mit dem Mediengipfel?

Ich bin jetzt schon seit zehn Jahren dabei und ich verbinde mit dem Mediengipfel Globalität, Meinungsvielfalt, offene Diskussionen, immer wieder Inspiration und auch Netzwerke.

Die Swarovski Kristallwelten unterstützen den Mediengipfel schon sehr lange. Warum gerade diese Veranstaltung, warum einen Mediengipfel?

Wir sind mit ProMedia schon seit vielen Jahren verbunden, die den Gipfel kommunikativ und organisatorisch betreut. Mit ihr arbeiten wir in vielen Projekten zusammen. Es war ein Experiment, ein neues Format auszuprobieren, das entspricht auch dem, was wir in den Kristallwelten tun, das wir eben auch eine Laborfunktion haben, eine Plattform sind, wo wir immer auch neue Dinge probieren. Wir wussten nicht, was daraus entstehen wird. Mittlerweile ist es ein Europäischer Mediengipfel, der sehr stark gewachsen ist. Ich sehe es auch als gesellschafspolitische Verantwortung für ein Unternehmen, hier ein Ermöglicher für Dinge zu sein, die einen Allgemeinnutzen haben. Deswegen freut es mich, dass wir diese Veranstaltung unterstützen.

Was versprechen Sie sich für Ihr Unternehmen aus der Zusammenarbeit?

Es bilden sich natürlich Netzwerke, man lernt immer wieder interessante Persönlichkeiten kennen, es ergeben sich Hintergrundgespräche, es wächst Vertrauen. Ein unmittelbarer monitärer Nutzen entsteht nicht. Es ist eher ein Austausch, eine Gemeinschaft, und es ist eine Horizonterweiterung, wie wir sie eben beim Referat von Alejandro Plater, erlebt haben, und die tut uns allen gut.

Welche Themen, die hier diskutiert werden, liegen Ihnen persönlich am Herzen?

Es verändern sich die Märkte so dramatisch schnell, dass jetzt jeder über Digitalisierung, über soziale Verantwortung, über Disruption spricht. Es ist notwendig, als Individuum seinen eigenen Weg zu gehen, Thesen aufzustellen, eine Strategie zu haben und diese auch vollherzig umzusetzen, offen zu sein, wachsam zu sein. Es ist auch in unserem Business so, dass sich Dinge in einer Geschwindigkeit verändern, die vor fünf/sechs Jahren unvorstellbar waren. Ich sehe das sehr positiv, da sich dadurch auch Chancen ergeben.

Haben Sie mit den Veränderungen politische oder technische Aspekte angesprochen?

Beides. Es sind sowohl wirtschaftliche Veränderungen von Märkten. Beispielsweise ist China ein sehr wichtiger Markt für uns, wir haben sehr viele chinesische Besuche. Nun verschiebt sich in Europa die politische Landschaft. Es gibt Visabeschränkungen, politische Interessen werden artikuliert, auch den Inlandskonsum zu steigern. Die Frage ist, wie wir darauf reagieren. Fragen zu stellen ist notwendig. Aber es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ als Antwort, es gibt nur eine von vielen Möglichkeiten. Und die muss man dann auch konsequent umsetzen.

 

 

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