Die digitale Revolution ist jetzt

Und wir sind mittendrin. Das ist die Botschaft von Alejandro Plater. Der Konzernchef der Telekom Austria spricht am 2. Tag des Mediengipfels über die Zukunft in einer digitalisierten Welt und wie sie schon jetzt unser Leben verändert.

von Philipp Bauer

Die Digitalisierung wird jedes Geschäftsmodell durchrütteln, das sie erwischt. Davon ist Plater überzeugt. Er spricht von „kreativer Zerstörung“ nach dem Ökonomen Joseph Schumpeter: Die Veränderungen in der Wirtschaft werden tiefgreifend sein; ganze Geschäftszweige werden verschwinden oder sich von Grund auf verändern. Die Umbrüche in vielen Industriezweigen werden radikal sein, ob in Versicherungen, Medien oder Anwaltskanzleien. „Warum sollte irgendjemand Jus studieren, wenn ein Computer den Job besser machen kann?“

Die Zukunft ist heute

Plater zeigt, dass das keine Vision einer weit entfernten Zukunft ist. Es passiert jetzt. IBM Watson bietet Anwaltssoftware an, die innerhalb von Sekunden rechtliche Ratschläge gibt – weitaus verlässlicher als ein Anwalt. Mit selbstfahrenden Autos wird es praktisch keine Unfälle mehr geben und ein großer Teil der Autoversicherungen wegfallen. In absehbarer Zeit wird ein einziger Computer intelligenter sein als die ganze Menschheit zusammen.

Die treibenden Faktoren dahinter sind die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz und des „Internet der Dinge“, also „intelligenter“ Geräte, die sich nahtlos ins Leben der Menschen einfügen, wie Haushaltsgeräte oder eben „smarte“ Autos. „Diese Entwicklung kannst du nicht regulieren. Ich weiß, in Brüssel denken viele, dass das geht. Aber es ist unmöglich. Die Digitalisierung passiert einfach viel zu schnell.“

Zur digitalen Share-Economy

Er wisse, dass viele Menschen Angst vor dieser Entwicklung hätten. Plater selbst ist aber optimistisch: „Die digitale Ökonomie ist hier, um zu bleiben. Und das ist großartig für die Menschheit; für soziale Verantwortung.“ Plater sieht die Digitalisierung als treibende Kraft der Share-Economy; die Vernetzung würde es stark erleichtern, Dinge zu teilen. In Zukunft würde daher kaum jemand ein eigenes Auto besitzen – weil es schlicht unwirtschaftlich ist. Die Digitalisierung ermögliche es uns, mit unseren begrenzten Ressourcen produktiver und effizienter umzugehen.

Auch das ist Teil der kreativen Zerstörung: Was zerstört wird, macht Platz für neue Geschäftsfelder. Und damit für neue Möglichkeiten.

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