Kamingespräch: Inside Mediengipfel

Von Andreas Eymannsberger, Adrian Engel, Céline Graf, Johannes Ruprecht und Richard Frasl

PR-Leute nennen sie entsolidarisiert, Journalisten renationalisiert. Die Entwicklung der EU ist für viele Bürger vor allem eines: undurchschaubar.

Cerstin Gammelin und Raimund Löw haben ein Buch über den Nationalstaaten-Komplex geschrieben. Anhand geheimer Protokolle der Gipfeltreffen stellen der, mittlerweile ehemalige, Leiter des ORF-Büros in Brüssel und die Europa-Korrespondentin die Diagnose: Der EU-Rat besteht aus 28 nationalen Egoisten. Das heißt keine wesentliche Entscheidung wird ohne Beschluss der Staats- und Regierungschefs getroffen.

Im Videointerview erklären die beiden, wie ihr Buch „Europas Strippenzieher: Wer in Brüssel wirklich regiert“ die Struktur des EU-Rats als einen Systemfehler entblößt. Und wie dieser behoben werden kann. „Europas Drahtzieher“ heißt das Buch in Österreich. Zwei Titel, derselbe Inhalt? „Der Begriff bezeichnet in Deutschland eine kriminelle Handlung“, erklärt Gammelin. Strippenzieher wiederum ist in Deutschland ein zu negativ konnotierter Begriff. Die beiden Autoren haben sich mit ihrem Verlag also auf zwei Buch-Varianten geeinigt. Damit der Titel vor allem eines nicht ist: undurchschaubar.

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