15. Auflage des Europäischen Mediengipfels in Lech eröffnet

„Die große Transformation – Ängste, Herausforderungen und Lichtblicke“ lautet das Thema des 15. Europäischen Mediengipfels, der am Donnerstag in Lech am Arlberg eröffnet wurde. Unter den hochkarätigen Gästen am ersten Tag befanden sich Yossi Beilin (ehemaliger Justizminister Israels), Michailo Podoljak (Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj) und Othmar Karas (Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments).


Tirols Landeshauptmann Anton Mattle eröffnete die Jubiläumsausgabe mit Gerhard Lucian (Bürgermeister Lech), Hermann Fercher (Direktor Lech Zürs Tourismus), Ivo Mijnssen (Präsident der Auslandspresse in Wien) und Stefan Kröll (Geschäftsführer ProMedia Kommunikation) im Hotel Gasthof Post. Mattle sprach die Eröffnungsworte: „Im Sinne einer lebendigen Demokratie braucht es eine lebendige Medienlandschaft, das freie Wort und die Medienfreiheit. Journalisten müssen hinschauen, aufdecken und interpretieren. Gerade in Zeiten der Krisen sieht man, wie fragil Demokratie sein kann.“

Was kommt nach „Israels 9/11“?
Fragil ist derzeit die Lage im Nahen Osten. Anfang Oktober erschütterte der Angriff der Hamas auf Israel die Weltgemeinschaft. Seitdem herrscht Krieg. Der ehemalige Justizminister Israels Yossi Beilin erläuterte im Gespräch mit Susanne Glass (Redaktionsleitung Ausland und politischer Hintergrund des Bayerischen Rundfunks), Alexandra Föderl-Schmid (stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung) und Andreas Reinicke (Direktor des Deutschen Orient-Instituts), wie er die Zeit seit dem Angriff am 7. Oktober erlebte: „Ich habe anfangs gar nicht verstanden, was da los ist. Erst nach ein paar Tagen habe ich realisiert, dass das unser 9/11 ist.“

Weder die Regierung, der Geheimdienst oder das Militär hätten eine solche Attacke für möglich gehalten. „Zum ersten Mal in meinem Leben unterstütze ich die Kampfhandlungen der Israelis in Palästina. Wir können nach dieser unbeschreiblichen Attacke nicht mehr als Nachbarn leben.“ Erst wenn eine neue israelische Regierung etabliert sei, könne es zu Friedensverhandlungen kommen, so Beilin, der eine Zwei-Staaten-Lösung für die Beste halten würde. Aber auch hier seien noch viele Fragen offen. Beilin schaue aber auch positiv in die Zukunft: „Ich glaube nicht, dass wir 100 Jahre brauchen, um den Konflikt zu beenden und zu einer Lösung zu kommen, sondern nur mehr ein bis zwei Jahre.“

Kriegsmüdigkeit stellt sich ein
Auch in der Ukraine tobt nach wie vor ein Krieg, der jedoch aus dem Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. Michailo Podoljak, Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, wurde in Lech live aus Kiew zugeschaltet: „Nach fast zwei Jahren Krieg ist es eine schwere emotionale Situation für die Ukrainer. Aber die Angriffe der Russen stocken, werden ineffizienter.“ Podoljak hoffe, Russland jene Niederlage zuzufügen, die dazu führen würde, dass im Land Prozesse beginnen, die nicht mehr umkehrbar seien.

Auch EU steht vor Herausforderungen
Věra Jourová, Vizepräsidentin der EU-Kommission und Kommissarin für Werte und Transparenz, sprach über die Beitrittschancen der Ukraine zur Europäischen Union. Vor allem im Bereich der Anti-Korruption müsse dort jedoch noch einiges getan werden.
Dass Europa vor Herausforderungen stehe, skizzierte Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments, etwa durch die Erfolge der Parteien am linken und rechten Rand. Um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, brauche es eine Änderung des Politstils der Mitte, betont Karas, der sich für eine gemeinsame europäische Sicherheits- und Außenpolitik aussprach.

Die Konsequenzen für die Gesellschaft
Renata Schmidtkunz (Ö1) sprach mit Harald Welzer über sein neues Buch „Zeiten Ende“ und die Konsequenzen für die Gesellschaft in Zeiten von multiplen Krisen und großen Transformationen. Welzer sieht ein Verschwinden des Konservatismus: „Damit ist der Weg in den Populismus vorgezeichnet. Und das ist eine dramatische Entwicklung“, so der renommierte Soziologe. 

Diese Presseaussendung entstand in der Medienakademie (Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten) des Europäischen Mediengipfels. Diese wird von der APA, der Kleinen Zeitung und der Tiroler Tageszeitung betreut.

Über den Europäischen Mediengipfel Lech am Arlberg
Seit dem Gründungsjahr 2007 bildet der Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg einen außergewöhnlichen Rahmen für Diskussionen, in denen ungefilterte Einblicke und fundierte Ausblicke in die anhaltend turbulente Welt der Medien, die europäische Politik und die wirtschaftlichen, wie gesellschaftspolitischen Zusammenhänge der europäischen Lebensrealität geboten werden. Der unter der Schirmherrschaft des österreichischen Außenministeriums stehende Europäische Mediengipfel – von der Kommunikationsagentur ProMedia Kommunikation initiiert und seither federführend mit Lech Zürs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert – wird von der Gemeinde Lech und den Ländern Vorarlberg und Tirol, dem Europäischen Parlament unter Vizepräsident Othmar Karas und dem Presseclub Concordia unterstützt. Weitere Partner sind die Tirol Werbung, die Industriellenvereinigung Tirol und Siemens. Die Medienakademie wird ermöglicht und unterstützt durch die Wirtschaftskammer Österreich, die APA – Austria Presse Agentur, Moser Holding GmbH und Russmedia. Als Medienpartner der Veranstaltung fungieren APA – Austria Presse Agentur, ORF, Der Standard, Tiroler Tageszeitung sowie Vorarlberger Nachrichten.

 

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Der unter der Schirmherrschaft des österreichischen Außenministeriums stehende Europäische Mediengipfel wurde 2007 von der ProMedia Kommunikation initiiert und wird seither federführend mit Lech-Zürs Tourismus GmbH und dem Verband der Auslandspresse in Wien organisiert.

 

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